Fragen & Antworten: Verwertung der bioabfälle

Die Bioabfälle kommen je zur Hälfte in eine Vergärungsanlage in Freiburg und zu einem Kompostwerk in Singen.
Bei der Vergärung wird Biogas erzeugt, das entweder direkt verstromt oder ins Gasnetz eingespeist wird. Aus einer Tonne Biomüll lassen sich rund 100 Kubikmeter Biogas gewinnen, aus denen wiederum bis zu 500 Kilowatt Energie erzeugt werden. Das entspricht etwa 50 Liter Heizöl.
Beim Vergärungsprozess kann dabei bereits Flüssigdünger gewonnen werden. Die festen Vergärungreste wiederum werden anschließend zu Kompost weiterverarbeitet. Das schont wertvolle Rohstoffe wie Öl, Kohle, Torf oder das für Kunstdünger wichtige Phosphat.
Dass die Bioabfälle in Freiburg und Singen weiterverarbeitet werden, ist das Ergebnis einer verpflichtenden europaweiten Ausschreibung. Dennoch soll dies nur eine Zwischenlösung sein. Mittelfristig ist der Bau oder die Beteiligung an einer regionalen Bioabfallverwertungsanlage sinnvoll, um kurze Anlieferungswege zu ermöglichen. So erzeugte Komposte könnten beispielsweise in der regionalen Landwirtschaft sowie im Landschaftsbau Torfe und Dünger ersetzen, die aus ökologischer Sicht problematisch sind.
Durch die intensive industrielle Landwirtschaft werden den Böden die Nährstoffe entzogen. Lange Zeit hat man versucht, den Nährstoffmangel der ausgelaugten Böden durch den großflächigen Einsatz von Kunstdünger auszugleichen. Mittlerweile weiß man, dass das nicht ausreicht und ein guter Boden auch Strukturmaterial benötigt. Strukturmaterial spielt eine wesentliche Rolle im Wasserhaushalt und bei der Besiedelung der Böden mit Mikroorganismen. Kompost ist ein ideales Strukturmaterial. Und nicht nur das: Der Kompost ersetzt zum Teil auch den Kunstdünger, dessen wesentlicher Bestandteil Phosphat ist – eine Ressource, die bei aktuellem Verbrauch in 200 Jahren erschöpft sein wird.
Die Komposte werden zu großen Teilen aus unseren Essensresten hergestellt. Trotzdem können auch Komposte geringe Rückstände schädlicher Substanzen aus dem Anbau und der Konservierung der Lebensmittel enthalten. Eine bedenkliche Anreicherung solcher Schadstoffe im Kompost ist jedoch nicht zu befürchten. Der Kompost unterliegt im Übrigen bei der Herstellung und der Ausbringung  einer umfassenden Qualitätskontrolle.